Photovoltaik-Leitfaden: PV-Anlage planen und installieren

Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um Stromkosten zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Entscheidungen: von der Dachprüfung über die richtige Anlagengröße bis zur Inbetriebnahme.


Ist mein Dach geeignet?

Nicht jedes Dach eignet sich gleich gut für eine PV-Anlage. Drei Faktoren sind besonders wichtig:

Ausrichtung und Neigung

Ideal ist eine Südausrichtung mit einer Dachneigung zwischen 25 und 35 Grad. Aber auch Ost-West-Dächer können sich rechnen: Der Gesamtertrag ist zwar etwas geringer, dafür verteilt sich die Stromerzeugung gleichmäßiger über den Tag. Das passt gut zu einem normalen Haushalt, der morgens und abends den meisten Strom verbraucht.

Verschattung

Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine oder Dachgauben können Schatten auf die Module werfen. Bereits eine kleine verschattete Fläche kann den Ertrag einer ganzen Modulreihe deutlich reduzieren. Bei der Planung wird daher eine Verschattungsanalyse durchgeführt, um die Module günstig zu platzieren.

Dachzustand und Statik

Eine PV-Anlage bleibt mindestens 20 bis 25 Jahre auf dem Dach. Wenn die Dacheindeckung in den nächsten Jahren ohnehin erneuert werden muss, ist es sinnvoll, das vorher zu erledigen. Die Statik muss das zusätzliche Gewicht der Module und der Unterkonstruktion tragen können. Bei Standarddächern ist das in der Regel kein Problem, bei Flachdächern oder älteren Konstruktionen sollte das vorab geprüft werden.


Wie viel kWp brauche ich?

Die richtige Anlagengröße hängt vor allem vom jährlichen Stromverbrauch und der verfügbaren Dachfläche ab.

Als Orientierung: Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht zwischen 4.000 und 5.000 kWh pro Jahr. Um diesen Bedarf weitgehend mit Solarstrom zu decken, ist eine Anlage mit 8 bis 12 kWp eine gängige Größe. Pro kWp benötigen Sie etwa 5 bis 7 Quadratmeter Dachfläche.

Planen Sie eine Wärmepumpe, eine Wallbox für ein Elektroauto oder einen Batteriespeicher, steigt der sinnvolle Anlagenbedarf. Dann können auch 15 kWp und mehr wirtschaftlich sein. Die Faustregel lautet: Lieber etwas größer planen, denn der überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist und vergütet.

Für die Planung erstellt Ihr Installateur eine Ertragsberechnung, die Standort, Ausrichtung, Verschattung und Ihren Verbrauch berücksichtigt. So lässt sich die Wirtschaftlichkeit konkret einschätzen.


Batteriespeicher: ja oder nein?

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil Ihres Solarstroms. Statt den tagsüber erzeugten Überschuss ins Netz einzuspeisen, wird er gespeichert und abends oder nachts genutzt.

Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil einer typischen Haushaltsanlage bei etwa 25 bis 35 Prozent. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt dieser Anteil auf 60 bis 80 Prozent. Das reduziert die Strommenge, die Sie vom Energieversorger zukaufen müssen.

Ob sich ein Speicher wirtschaftlich lohnt, hängt von den aktuellen Speicherpreisen, Ihrem Verbrauchsprofil und dem Strompreis ab. Generell gilt: Je mehr Strom Sie abends und nachts verbrauchen und je höher der Strompreis, desto schneller amortisiert sich die Investition.

Auch ohne sofortige Anschaffung lässt sich die Anlage so planen, dass ein Speicher später problemlos nachgerüstet werden kann.


Wallbox-Integration

Wer ein Elektroauto fährt oder die Anschaffung plant, profitiert besonders von einer PV-Anlage. Mit einer eigenen Wallbox laden Sie Ihr Fahrzeug direkt mit selbst erzeugtem Solarstrom. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch umweltfreundlich.

Moderne Wallboxen lassen sich so steuern, dass sie bevorzugt dann laden, wenn die PV-Anlage Überschuss produziert. In Kombination mit einem Speicher kann sogar nachts mit tagsüber gesammeltem Solarstrom geladen werden.

Wichtig bei der Planung: Die Wallbox muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Bei einer Ladeleistung über 11 kW ist zusätzlich eine Genehmigung erforderlich. Auch die Hausinstallation muss auf die zusätzliche Last ausgelegt sein, vor allem der Zählerplatz und die Zuleitung.


Förderung und steuerliche Vorteile

Die Rahmenbedingungen für Photovoltaik sind in den letzten Jahren deutlich attraktiver geworden. Einige wichtige Punkte:

  • Einspeisevergütung: Für Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird, erhalten Sie eine gesetzlich garantierte Vergütung über 20 Jahre. Die genaue Höhe wird zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgelegt.
  • Mehrwertsteuerbefreiung: Für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden entfällt seit 2023 die Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation. Das senkt die Anschaffungskosten deutlich.
  • Einkommensteuer: Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind von der Einkommensteuer auf die Einspeisevergütung befreit. Das vereinfacht die Steuererklärung deutlich.
  • Regionale Förderprogramme: Einzelne Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse, vor allem für Batteriespeicher und Wallboxen. Es lohnt sich, die aktuellen Programme zu prüfen, bevor Sie den Auftrag vergeben.

Da sich Förderbedingungen regelmäßig ändern, beraten wir Sie im Rahmen der Anlagenplanung über die aktuell geltenden Möglichkeiten.


Der Installationsprozess Schritt für Schritt

Von der ersten Anfrage bis zum fertigen System vergehen in der Regel vier bis acht Wochen. So läuft der Prozess typischerweise ab:

  1. Beratung und Vor-Ort-Termin: Wir besichtigen Ihr Dach, besprechen Ihren Verbrauch und Ihre Wünsche und erstellen eine erste Einschätzung zur Anlagengröße.
  2. Planung und Angebot: Auf Basis der Dachaufnahme erstellen wir eine detaillierte Ertragsberechnung und ein verbindliches Angebot mit allen Komponenten und Leistungen.
  3. Anmeldung beim Netzbetreiber: Vor dem Baubeginn melden wir die Anlage beim zuständigen Netzbetreiber an und klären die Einspeisebedingungen.
  4. Montage: Die Module, die Unterkonstruktion und der Wechselrichter werden montiert. Die Leitungen zum Zählerplatz werden verlegt. Je nach Anlagengröße dauert die Montage ein bis drei Tage.
  5. Elektrischer Anschluss: Der Wechselrichter wird an die Hausverteilung angeschlossen und der Zweirichtungszähler eingebaut oder vom Netzbetreiber getauscht.
  6. Inbetriebnahme und Dokumentation: Die Anlage wird in Betrieb genommen, getestet und Sie erhalten alle Unterlagen: Prüfprotokolle, Herstellerdokumentation und die Registrierung im Marktstammdatenregister.

Mehr zu unserem Leistungsangebot im Bereich Photovoltaik finden Sie auf unserer Seite zu Photovoltaikanlagen.

Fragen & Antworten

Wie lange dauert es, bis sich eine PV-Anlage amortisiert?

Die Amortisationszeit liegt für typische Haushaltsanlagen derzeit bei etwa 8 bis 12 Jahren. Danach produziert die Anlage praktisch kostenlosen Strom, und das für weitere 15 Jahre und mehr. Je höher Ihr Eigenverbrauchsanteil, desto schneller rechnet sich die Investition.

Kann ich eine PV-Anlage auch auf einem Norddach installieren?

Ein reines Norddach ist in der Regel nicht wirtschaftlich. Bei Dächern mit leichter Nord-Ost- oder Nord-West-Neigung kann sich eine Anlage unter bestimmten Bedingungen dennoch lohnen, vor allem wenn die Dachfläche groß genug ist. Das lässt sich im Rahmen einer Ertragsberechnung konkret beurteilen.

Muss ich die Anlage warten?

PV-Anlagen sind wartungsarm. Die Module reinigen sich in der Regel durch Regen selbst. Eine regelmäßige Sichtkontrolle und gegebenenfalls eine Überprüfung der elektrischen Verbindungen alle paar Jahre ist empfehlenswert. Viele Wechselrichter bieten eine Online-Überwachung, die Ertragsabweichungen frühzeitig meldet.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Standardmäßig schaltet sich die PV-Anlage bei einem Netzausfall ab. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt Techniker, die am Netz arbeiten. Mit einem Batteriespeicher, der eine Notstromfunktion besitzt, können Sie bei Stromausfall weiterhin Ihre wichtigsten Verbraucher versorgen.


PV-Anlage planen lassen

Sie möchten wissen, ob Ihr Dach geeignet ist und welche Anlagengröße zu Ihrem Verbrauch passt? Wir beraten Sie vor Ort und erstellen ein individuelles Angebot.